Biologische Sammlungen

    Bild der Käfersammlung

    Das Riesenreich der Insekten mit seinen Käfern, Schmetterlingen, Wanzen, Bienen und Wespen ist mit über 300.000 Einzelexemplaren aus der ganzen Welt in den Sammlungen vertreten. Der geografische Schwerpunkt liegt jedoch bei Insekten aus NRW.

    Die Objekte werden in Kästen im Verborgenen aufbewahrt, beherbergen aber die größte Vielfalt an Lebewesen nicht nur in Bielefeld.

    Am umfangreichsten ist die Käfersammlung mit seinen über 220.000 Belegexemplaren. Sie beherbergt vornehmlich Arten aus OWL/NRW. Allein in der Senne wird die Anzahl der Käferarten auf rund 3.000 geschätzt. Aber auch Arten außereuropäischen Ursprungs sind vertreten.

    Beispielhaft sei noch die Schmetterlingssammlung genannt, die rund 50.000 Schmetterlinge allein aus dem Gebiet Westfalens umfasst, darunter mehrere in OWL bereits ausgestorbene Arten.

    Der Wert der Entomologischen Sammlungen für die Forschung ist abhängig von den aktuellen Fragestellungen und Forschungsmethoden. Augenblicklich boomt die Forschung an Insekten, denn ihre Bedeutung auf vielen Gebieten der Ingenieurswissenschaften, der Medizin, Forensik, der Ernährung und vielem mehr wächst rasant. Deshalb ist sie dauerhaft für die Forschung zu pflegen und zu erhalten.

    Die über 5.000 Stücke umfassende Schnecken- und Muschelsammlung liefert mit 657 vertretenden unterschiedlichen Arten einen guten Überblick über das Arteninventar europäischer Küsten. Einzelne prachtvolle Gehäuse von Muscheln, Schnecken oder bizarren Korallen geben einen Einblick von dem überbordenden Artenreichtum tropischer Meere.

    Die rund 500 Exemplare umfassende Vogelsammlung enthält fast alle der etwa 250 in Deutschland vorkommenden Brutvögel, darunter auch so seltene Arten wie Ortolan, Steinschmätzer oder Doppelschnepfe, aber auch einige Exoten wie Kolibris sind vorhanden.

    Die Säugetiersammlung des Museums ist mit weniger als 100 Objekten relativ klein. Dies entspricht der Stellung der Säugetiere im Tierreich. Auch wenn sie uns Menschen emotional vielleicht sehr nahe stehen und uns subjektiv sehr wichtig erscheinen, so ist ihre Artenanzahl mit rund 5.000 im Vergleich zur Artenanzahl der Insekten mit über 1.000.000 verschwindend klein.

    Zu den wichtigsten Naturschutzvereinbarungen des 20. und 21. Jahrhunderts zählt das Washingtoner Artenschutzabkommen. Es stellt den internationalen Handel mit Hunderten bedrohter Tier- und Pflanzenarten unter Strafe. Verboten ist auch der Handel mit Produkten bedrohter Tierarten und so erlebt mancher Tourist bei seiner Heimkehr eine böse Überraschung mit seinem vermeintlich harmlosen Urlaubsandenken. Die vom Zoll beschlagnahmten Reiseandenken werden zur Aufbewahrung an örtliche Naturkunde-Museen übergeben. Auf diese Weise ist auch das Bielefelder Naturkunde-Museum in den Besitz von Fellen, Reptilienhäuten und einiger merkwürdiger Mitbringsel wie z.B. einer Krokodilledertasche, eines Elefantenfußes als Mülleimer oder Elfenbeinfigürchen gelangt.

    Der Vollständigkeit halber seien noch eine kleine Schädel- und Skelettsammlung, eine ebenfalls kleine Früchte- und Samensammlung sowie ein Moosherbarium mit rund 1.200 Belegexemplaren zu nennen.